Historie


Die Geschichte der Gas- und Wasserversorgung in Königslutter

Wasserversorgung

Die Untersuchungen der bakteriologischen und chemischen Wasseranalysen füllen ganze Aktenordner.

1865: Das Trinkwasser für die Versorgung der Bürger wird zum großen Teil der Lutter entnommen. In Königslutter treten häufig Cholera- und Typhusepedemien, die vermutlich auf die schlechte Trinkwasserqualität zurückzuführen sind.

1885: Der Stadtmagistrat von Königslutter bittet das Herzogliche Staatsministerium in Braunschweig, den Bau einer Wasserleitung zu genehmigen. Der Antrag wird abgelehnt.

1888: Die Lutterquelle beim Lutterspring wird als künftige Quelle für die Trinkwasserversorgung ausgewählt.

1908: Die Königliche Geologische Landesanstalt in Berlin stellt fest, dass die Seuchen in Königslutter auf die Trinkwasserqualität zurück zu führen sind und fordert die Errichtung einer Anlage für die zentrale Wasserversorgung der Stadt.

1911: Beginn der zentralen Wasserversorgung. Allerdings dürfen aufgrund des Mühlenbetriebs nur 750 Kubikmeter Wasser täglich aus der Lutterquelle entnommen werden.

1938: Der „Eigenbetrieb Stadtwerke Königslutter“ arbeitet als rechtlich selbständiges Unternehmen.

1949: Stadt und Mühlenbesitzer einigen sich mit einem Vertrag auf die tägliche Entnahme von 1.500 Kubikmeter Wasser aus der Lutterquelle. Der einzige noch aktive Mühlenbesitzer enthält eine monatliche Entschädigung von 125 DM.

1962: Der Mühlenbetrieb wird eingestellt und der Vertrag über die Wasserentnahme damit gegenstandslos.

 

Das Wasserversorgungsnetz in Königslutter wächst. (Aufnahmedatum unbekannt)

1967: Die Stadt darf bis zu 4.000 Kubikmeter Wasser der Lutterquelle für die örtliche Trinkwasserversorgung entnehmen.

1972: Zwei Trinkwasserbrunnen und der Sammelbehälter „Wasserwerk Lutterspring“ werden in Betrieb genommen. Etwa zur gleichen Zeit wird der Hochbehälter Schmiedeberg errichtet.

1977: Die Wasserversorgung des niedersächsischen Landeskrankenhauses Königslutter wird an das Netz der Stadtwerke angeschlossen. Der Hochbehälter Herzogsberg wird gebaut und versorgt die höher gelegenen Neubaugebiete.

1980: Die Stadtwerke gründen gemeinsam mit der Stadt Helmstedt, der Samtgemeinde Nord-Elm, den Wasserverbänden „Elm-Asse“ und „Reitling“ den „Wasserverband Elm“, der die Aufgabe hat eine Fernwasserleitung zu bauen.

1989: Anschluss an die Fernwasserleitung: Die Stadt Königslutter kann nun unabhängig von und den Brunnen am Lutterspring mit Trinkwasser versorgt werden.

1990: Vollversorgung aus der Fernwasserleitung und vollständige Sanierung und Modernisierung der Anlagen am Lutterspring.

1994: Auflösung des Wasserverbandes Scheppau und Umgebung. Die zuvor in diesem Gebiet durch das Wasserwerk Puritzmühle versorgten Ortsteile werden in die Versorgung der Stadtwerke Königslutter integriert.

Aus dem „Eigenbetrieb Stadtwerke Königslutter“ wird die Stadtwerke Königslutter GmbH.

Heute versorgen die Stadtwerke etwa 4.800 Haushalte mit Trinkwasser und verfügen über ein Wasserrohrleitungssystem von insgesamt rund 111 Kilometern. Ein Teil des Trinkwassers stammt noch immer aus dem Quellgebiet am Lutterspring. Auch die Anbindung an die Fernwasserleitungen des Wasserverbandes Elm besteht weiterhin. Zusätzlich werden einige Ortsteile über die Fernwasserleitung vom Wasserverband Weddel-Lehre versorgt. Neben den Gewinnungs- und Bezugsanlagen betreiben die Stadtwerke Königslutter fünf Hochbehälter.


 Gasversorgung

1863: Der Magistrat, die Stadtverordnetenversammlung und die Direktoren der beiden Zuckerfabriken in Königslutter bilden eine „Gaskommission“ und holen Kostenvoranschläge für den Bau einer Gasanstalt ein.

1866: Der Bau eines Gaswerkes an der Rottorfer Straße wird beschlossen und die Bürger Königslutter erstmals mit Gas versorgt. Das Leitungsnetz beträgt etwa 3.756 Meter.

1867: Das Leitungsnetz wird erweitert und die Heil- und Pflegeanstalt angeschlossen.

1872: Der neue Bahnhof erhält einen Gasanschluss.

1885: Ein zweiter Gasometer wird gebaut.

 

1890: Auf dem Gelände des Gaswerks entsteht eine Warmbadeanstalt mit Duschen und Wannenbädern.

1895: Königslutter bekommt sein erstes Schwimmbad in einem Garten neben dem Gaswerk. Eine Ammoniakfabrik wird dem Gaswerk angeschlossen.

1924: Das gusseiserne Gasleitungsnetz ist jetzt mehr als sieben Kilometer lang. Zwischen 1927 und 1931 wird das Netz saniert und erweitert.

1926: Die Stadt kauft einen neuen Gasometer.

1938: Ein neues Freibad wird gebaut und das alte Schwimmbad am Gaswerk geschlossen.

1944: Während eines Bombenangriffs wird das Gaswerk erheblich beschädigt. Die Versorgung kann notdürftig beibehalten werden, die Stadt muss jedoch zusätzlich Ferngas aus Salzgitter beziehen. Dazu musste eine Übernahmestation für Ferngasbezug gebaut werden.

 

Warmes Wasser in Bad und Küche wird dank der Gasversorgung zum Standard.

1947: Die Einwohnerzahl steigt und damit auch der Gasverbrauch. Der erhöhte Bedarf wird mit Ferngas gedeckt. Die zunächst nur behelfsmäßige Übernahmestation von 1944 und das Leitungsnetz werden ausgebaut.

1956: Das veraltete Gaswerk wird stillgelegt und ausschließlich Ferngas aus Salzgitter bezogen. Die Umstellung auf Ferngas erfordert den Bau einer Gasübernahmestation, zweier Gasreglerstationen und einer Hochdruckleitung. Das Gasleitungsnetz wird auf 18 Kilometer erweitert.

1972: Umstellung auf Erdgas.

1979: Der Gasverbrauch in Königslutter übersteigt die Vier-Millionen-Kubikmeter-Grenze.

1985/86: Lauingen und Rottorf werden an das Gasversorgungsnetz angeschlossen.

1994: Das Niedersächsische Landeskrankenhaus Königslutter wird an die Gasversorgung angeschlossen.

Heute ist das Gasleitungsnetz rund 59 Kilometer lang und es werden rund 2.700 Haushalte mit Erdgas versorgt. Die Stadtwerke Königslutter betreiben die Gasbezugsstationen Rieseberger Weg und Lauingen.